KINOMICHI

Kunst der Bewegung

Vor dem Training

Initiation 1 A

Die Bewegungen der Initiation 1 werden oft zu Beginn des Trainings praktiziert.

Initiation 1 B

Die Bewegungen der Initiation 1 werden oft zu Beginn des Trainings praktiziert.

Lehrgangsimpressionen

Lucien Forni (92 Jahre!) beim Berlin-Lehrgang 2025.

Lehrgang mit Lucien und Francois Forni in Berlin (6.-8. März 2026)

Seit mehr als vierzig Jahren besteht bereits die treue und unerschütterliche Freundschaft zwischen Berlin und Enghien. Eine schöne Geschichte von Begegnungen, gemeinsamer Praxis und menschlichen Beziehungen, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben.

Lucien und François haben mindestens einmal im Jahr den Weg nach Berlin auf sich genommen, um bei uns nach dem Rechten zu sehen.In den ersten Jahren haben sie uns sehr beim Erlernen der Techniken unterstützt. Mit Geduld, Präzision und Großgigkeit haben sie nicht nur Formen und Bewegungen vermittelt, sondern auch eine bestimmte Art zu üben: aufmerksam, respektvoll und offen. Im Laufe der Zeit wurden diese Besuche weit mehr als einfache Lehrgänge. Sie waren Momente des Wiedersehens, des Lachens und des Austauschs und oft auch lange Gespräche bei einem gemeinsamen Essen nach dem Training. So ist Jahr für Jahr eine echte Brücke zwischen Enghien und Berlin entstanden: eine Brücke aus einer gemeinsamen Leidenschaft für das Kinomichi und Freundschaft.

Achtet auf die Details!

Meister Noro pflegte zu sagen:

Die Techniken müsst ihr kennen aber das genügt nicht.

Mit der Zeit gewinnt dieser Satz immer mehr an Bedeutung. Wir kommen an einen Punkt, an dem wir uns fragen:
Was ist es in unserer Praxis, das über die Technik selbst hinausgeht?

Eine scheinbar sehr einfache Handlung und dennoch voller Bedeutung.

Lucien zeigte uns, wie man den Boken korrekt an einen Partner übergibt und wie man nach der Übergabe einen Schritt zurücktritt.

In unserem Training sieht die Übergabe des Boken zugegebenermaßen manchmal etwas abenteuerlich aus.

Doch auch hier gilt:
Auf die Details zu achten ist ein Zeichen des gegenseitigen Respekts.

Selbst in einer so einfachen Übung wie dem Gleitschritt nach vorn, beim Verlagern des Gewichts auf das vordere Bein, gibt es bereits vieles zu beobachten und zu verfeinern: Den Nabel nach innen ziehen die Körperspannung aktivieren. Mit anderen Worten: die Stabilität des Zentrums finden. Dann die Hände: Die Hände im Dreieck und in das Dreieck atmen.

Nach und nach versteht man, dass diese kleinen Details“ keine Nebensächlichkeiten sind. Sie bilden das Herz der Praxis.

Vielleicht meinte Meister Noro genau das, wenn er uns daran erinnerte, dass es nicht ausreicht, die Techniken zu kennen. Die Technik ist eine Tür. Doch erst Aufmerksamkeit, Präzision und die Qualität der Präsenz geben der Bewegung Leben. 

 

 

Und genau in diesen Momenten wenn wir bewusst auf die Details achten wird der Geist des Kinomichi spürbar.

Die Verlagerung des Gewichts auf den vorderen Fuß, dem Standbein im unilateralen Schritt, erlaubt die Aufrichtung, „die Kraft der Jugend. In diesem einfachen Detail verbirgt sich bereits eine ganze Dynamik. In der Schrittposition dient der vordere Fuß nicht nur als Standbeiner ermöglicht dem Körper, sich aufzurichten und in den Kontakt zu gehen.

Die Qualität des Kontaktes ist ein wesentliches Element im Kinomichi: Der Wunsch sich in der Bewegung zu begegnen, die Energien zu harmonisieren, bestimmt die Beziehung zwischen den Partner:innen, zwischen Tori und Uke.

Im Kontaktssen wir zuhören können. Dem anderen zuhören – natürlich.
Aber auch uns selbst zuhören.

Der Kontakt ist nicht nur physisch. Er ist auch eine Qualität der Präsenz ein Kontakt von Herz zu Herz, ein Aufrichten, ein gemeinsames Schwingen und Atmen, ein Zuhören. Auch das kann ein guter Kontakt sein.

Unser Körper besitzt einen merkwürdigen Mechanismus: Wenn der Kontakt hart ist, weil wir zu viel muskuläre Absicht einsetzen, reagiert der Körper des Partners fast sofort mit instinktivem Widerstand. Doch genau das suchen wir nicht.

Wie kann eine wirkliche Verbindung zwischen zwei Partnern entstehen?

Im Kinomichi kommt der Kontakt nicht nur aus den Händen.
Die expansive Welle der Bewegung entsteht aus dem Bodenkontakt, aus den Füßen, der Verbindung mit der Erde. Es geht immer darum, die vertikale Achse zu bilden: eine energetische Ausrichtung zwischen Erde und Himmel. Ein großer Teil der Arbeit besteht deshalb darin, diese vertikalen Achsen zu suchen und zu spüren, wie sie die Bewegung organisieren. Doch es gibt noch eine weitere Dimension: Wie öffnen wir den Raum? 

In der „zweiten Art“ geht es darum, dem Partner den Raum öffnen, indem Tori
aus der Linie zu tritt. Auch das sind wieder kleine Details. Doch diese Details verändern die Qualität der Beziehung und der Bewegung tiefgreifend.

Ein herzliches Dankeschön für diesen in jeder Hinsicht wunderbaren Lehrgang! Diese Tage haben uns erneut gezeigt, wie sehr das Kinomichi von freundschaftlichen Begegnungen, von gemeinsamen Üben und geduldiger Vertiefung der Arbeit am Detail lebt. Wir werden uns an den ermutigenden Zuruf erinnern, den François während des Lehrgangs mehrmals mit seinem bekannten Lächeln wiederholte:

And go!!!

Annegret Mess

 

 

 

 

Reflexion zum Lehrer:innen-Hakamalehrgang mit Hubert Thomas 

(8. Dan Kinomichi und So-Shihan Hanshi DNBK 8. Dan Aikido/Kinomichi Japan)

Vom 20. bis 22. Juni 2025 in Berlin

In diesem Lehrgang vertiefte Hubert Thomas, Facharzt und Akupunkteur, das Verständnis
für die Verbindung zwischen Ki, Akupunkturpunkten und faszialen Leitlinien. Er zeigte auf,
wie präzise Technik, ihre martialischen Wurzeln und die energetische Stimulierung der
Punkte miteinander verwoben sind.
Dabei erinnerte er uns daran, dass nicht die Technik im Vordergrund steht, sondern der
energetische Kontakt von Partner:in zu Partner:in – ein Kontakt, der aus tiefer Erdung,
einem durchlässigen Körper und der Verbindung zum innersten Zentrum des Gegenübers
entsteht. Im besten Fall verschmelzen beide in einer vertikalen Achse zu einem
gemeinsamen Organismus – eine Verbindung, die Meister Masamichi Noro „Terre – Ciel“
nannte.
Mit Bewegung zu arbeiten, ist ein Paradox: Nicht-Tun im Tun – die größte
Herausforderung für Verstand und Ego. Der innere Zustand des Lehrenden überträgt sich
auf die Lernenden. Huberts gelassene Präsenz schuf eine konzentrierte und zugleich
offene Atmosphäre, in der Raum war für Entdecken, tiefes Spüren und die Verfeinerung
der Technik.
Vielen Dank, Hubert, für deinen inspirierenden Unterricht!

Annegret Mess

Vielen Dank, Hubert, für deinen inspirierenden Unterricht!
Zum Werdegang von Hubert Thomas:
https://aikido-
kinomichi.com

 
Réflexion sur le stage enseignant·e·s / hakama
avec Hubert Thomas
(8. Dan Kinomichi et So-Shihan Hanshi DNBK 8. Dan Aikido/Kinomichi Japan)
20.-22.06.2025 à Berlin
Lors de ce stage, Hubert Thomas, médecin spécialiste et acupuncteur, a
approfondi la compréhension du lien entre le Ki, les points d’acupuncture et
les lignes fasciales. Il a montré comment la technique précise, ses racines
martiales et la stimulation énergétique des points sont intimement liées.
Il nous a rappelé que ce n’est pas la technique qui est primordiale, mais le
contact énergétique entre les partenaires – un contact qui naît d’un ancrage
profond à la terre, d’un corps perméable et d’une connexion au centre
profond de l’autre. Dans le meilleur des cas, les deux partenaires fusionnent
en un seul organisme, dans un axe vertical – une connexion que Maître
Masamichi Noro appelait « Terre – Ciel ».
Travailler avec le mouvement est un paradoxe : le non-agir dans l’agir – le
plus grand défi pour l’esprit et l’ego. L’état intérieur de l’enseignant se
transmet aux élèves. La présence sereine de Hubert a créé une atmosphère
à la fois dense et ouverte, propice à la découverte, au ressenti profond et au
raffinement de la technique.
Merci, Hubert, pour ton enseignement inspirant!
Annegret Mess
 
 

Unsere Trainingszeiten

Montag: 10.30 bis 12.00 Uhr – Kinomichi (Heike, nach Absprache über Signal)

Dienstag: 18:30 bis 20:00 Uhr – Kinomichi (Anne)

Für Anfänger und Fortgeschrittene

Donnerstag 18:30 bis 20:00 – Kinomichi (Heike)

Für Anfänger und Fortgeschrittene.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene bieten wir über das Jahr verteilt interessante Kinomichi-Lehrgänge und -Workshops.

Beiträge / Kontoverbindung

Monatsbeitrag: 70,- Euro

Ermäßigter Monatsbeitrag: 40,- Euro

10er-Karte: 80 Euro

 
Kontoverbindung:
Kinomichi e.V. Berlin
IBAN DE62 1001 0010 0634 9041 09
BIC PBNKDEFF

Unser Dojo

Adresse
Rheinstr. 45 – 12161 Berlin-Steglitz
2. Hof – Haus 4, im 1. Stock
S-Bahn
Linie S1 bis S-Bahnhof Feuerbachstraße
U-Bahn
Linie U9 bis Walther-Schreiber-Platz
Busse
M48, M76, M85, 181, 186 bis Walther-Schreiber-Platz

Meister Noro

Aikido-Meister Masamichi Noro transformierte die überwiegend aus dem Aikido entlehnten östlichen Bewegungstechniken, indem er sie konsequent mit Elementen westlicher Körpertherapien wie Feldenkrais, Alexander-Technik, Eutonie u.a. verband.

Kinomichi

Das Aikido hat mit Offenheit, Respekt und Harmonie die alten Kampfkünste zu einer Bewegungskunst weiterentwickelt. Das Kinomichi geht noch einen Schritt weiter in Richtung Bewegung als Heilung von Körper und Geist, eine Verbindung von Herz zu Herz.

Unser Training – Unsere Lehrerinnen

Das Training beginnt meist auf der Matte im Kontakt mit dem Boden. Neben dem Ankommen und zu sich finden, können auf dem Stock liegend Verspannungen gelöst werden. Die Urformen der Bewegungen beginnen am Boden.

Nach Dehnung und Lockerung kommen wir ins Stehen. Es beginnt mit ruhigen, langsamen Bewegungen. Du gehst zu zweit in den Kontakt. Du spürst dich und dein Gegenüber als etwas Ganzes ohne dich aufzugeben oder den anderen zu dominieren.

In der langsamen Ausführung einzelner Bewegungstechniken findest du den Schlüssel zum Lösen deiner Blockaden. Zu zweit oder in Dreiergruppen kommt mehr Dynamik und Raum in die Bewegung. Du genießt in weichen, geschmeidigen Formen ohne jede Härte die Wärme und Energie in der Dynamik.

Das Training endet meist in Partnerarbeit, Massage verspannter oder schmerzhafter Stellen, Entspannung am Boden. Nach dem Training verspürst du eine positive Veränderung deiner körperlichen und seelischen Verfassung,

E-Mail
annemessprivat@gmail.com

Anne Mess

Heilpraktikerin

Anne Mess: „Mich interessiert, wie wir ein Leben lang lernen, wie wir uns durch und in Bewegung bewusst erleben und verändern können. Im Kinomichi werden räumliche, körperliche und geistige Dimensionen, Achse, Spirale, energetische Zirkulation erfahrbar, im eigenen Körper und in der Verbindung „von Herz zu Herz“, wie der Gründer des Kinomichi, Masamichi Noro, es nannte.“ 

1981 verbrachte Anne zwei Jahre in Paris und war Schülerin im Dojo von Sensei Masamichi Noro. Zurückgekehrt nach Berlin nahm sie weiterhin regelmäßig an Lehrgängen mit ihrem Lehrer Masamichi Noro teil und unterrichtet inzwischen seit vielen Jahren Kinomichi im Dojo in der Rheinstraße (Steglitz). 

Bei Mia Segal hat sich Anne 1990 – 1993 zur zertifizierten Feldenkrais-Lehrerin ausbilden lassen. Sie ist inzwischen anerkannte Heilpraktikerin und Therapeutin für sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Helga Pohl.

E-Mail
heike.sobolla@gmx.de

Heike Sobolla

Lehrerin

Heike Sobolla: „Im Kinomichi erlebst du Freude an deiner eigenen Bewegung, deiner Dynamik und der Energie, die du mit anderen teilst. Du spürst dich und dein Gegenüber als etwas Ganzes ohne dich aufzugeben oder den anderen zu dominieren.“

Seit Beginn der 80er Jahre praktizierte Heike zunächst Aikido und lernte verschiedene andere Techniken und Körperarbeiten kennen, nahm an Yogaseminaren teil und beschäftigte sich mit der Atemtherapie, bis sie 1988 das Kinomichi entdeckte.

„Seitdem ist das Kinomichi für mich immer noch und immer mehr ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte; nach dem Training verspürst du eine positive Veränderung deiner körperlichen und seelischen Verfassung.“